Batterie Aachen

_GESCHICHTE

 

Eine Tour, Bilder "past and present" und eine 3D Besuch auf der Batterie Aachen:

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Die Batterie Aachen ist die einzige deutsche Küstenbatterie aus dem 1. Weltkrieg, die noch so gut erhalten ist, dass man sich ein vollständiges Bild von der Küstenverteidigung in dieser Zeit machen kann.

Die Batterie wurde in der ehemaligen Königlichen Domäne errichtet, die König Leopold II. im Jahre 1903 erworben hatte und bebauen ließ.
Am 8. Januar 1915 wurde mit dem Bau der Batterie begonnen, Ende April 1915 war sie betriebsfertig. Die 4 Geschützbettungen und die Beobachtungsbunker an jeder Seite sind auch heute noch zu erkennen. Der westliche Beobachtungsbunker diente als Kommandoposten und wurde später auch von der Batterie Deutschland in Bredene benutzt. Die Kanonen wurden zum Schutz mit Stahlkuppeln versehen. Eine Schmalspurbahn verband die Geschützstellungen mit den verschiedenen Munitionsdepots, die in den Dünen versteckt waren. Neben dem Beobachtungsposten befindet sich auch heute noch der ursprüngliche Entfernungsmesser, mit dem die Entfernung zu möglichen Zielen auf See bestimmt wurde. Auch ein kleines Stück Schützengraben und der bombensichere, mit Sand und Beton bedeckte Unterschlupf aus eisernen Wellblechplatten sind erhalten geblieben. Alle Holzgebäude – darunter mehrere Mannschaftsunterkünfte, eine Offiziersunterkunft, ein Wachposten und ein Sanitätsposten - sind jedoch verschwunden.

Am Eingang der Batterie an der Duinenstraat befand sich einer der drei Brunnen. Davor wurde ein kleines Standbild zu Ehren der heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Artillerie, errichtet. Die Barbara Brunnen sind auch heute noch zu sehen. Ein weiterer Eingang lag an der Seepromenade.

Nach dem Krieg und dem Tod Alberts I. war dessen Sohn Prinz Karel an der Königlichen Domäne interessiert. Er ließ sich aber erst 1950 nach Beendigung seiner Regentschaft definitiv dort nieder. Ihm haben wir es zu verdanken, dass die Batterie Aachen und die Konstruktionen aus dem 2. Weltkrieg so außergewöhnlich gut erhalten sind. Da er den Abriss der Anlagen zu verhindern wusste, konnte nach seinem Tod alles restauriert werden. 1988 wurde das Anwesen zur Provinzdomäne. Die Batterie Aachen steht inzwischen unter Denkmalsschutz.

Die Provinz Westflandern hat kürzlich beschlossen, die Batterie vollständig restaurieren zu lassen. Auf dem Gelände der Domäne soll ein Parcours über den 1. Weltkrieg - möglichst ohne erkennbare Überreste aus dem 2. Weltkrieg - entstehen.
Wegen Restaurierungsarbeiten ist der Teil WW I (Batterie Aachen) geschlossen bis Ende 2017.