Geschichte

_EIN MITTELALTERLICHES FISCHERDORF LEBT NACH 500 JAHREN WIEDER AUF…

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Die ehemalige Fischersiedlung Walraversijde ist eine der wichtigsten archäologischen Ausgrabungsstätten Flanderns und eine der am besten erforschten mittelalterlichen Fischergemeinschaften in Europa.  Seit 1992 werden die Reste von Walraversijde  bloßgelegt. Die archeologische Site von Walraversijde wurde im Jahr 2000 geöffnet.

Walraversijde erhielt seinen Namen von einem Walraf. Das Dorf lag nordwestlich der heutigen Domäne Raversijde, da wo jetzt Strand ist. Im Lauf des 13. und 14. Jahrhunderts breitete sich das Dorf ins Landesinnere aus, während der kleine Meeresarm der Nordsee langsam versandete. Im Januar 1394, als ein schwerer Sturm auch einen Teil von Ostende unter Wasser setzte, wurde auch Walraversijde schwer getroffen. Viele Hektare Land verschwanden unter Sand, der vom Meer aus landeinwärts geblasen wurde. Der Dünengürtel verlegte sich derart, dass Walraversijde sich teilweise auf dem Strand selbst befand. Die Bewohner wurden zum Umzug gezwungen und bauten ihr Dorf mehr landeinwärts hinter den weggewehten Dünen neu auf.

Der Besuch dieser Siedlung beginnt im Empfangsgebäude mit einer kurzen audio-visuellen Vorstellung, die für den Besucher in kurzer Zeit eine zeitliche und räumliche Verbindung zum Dorf schafft. Anschliessend werden die vier Gebäude mit einem Audioführer besucht. Das Haus Nr.1 gehört zu den grössten und meist verzweigten Wohnungen und hat zweifellos einer wohlhabenden Familie gehört. Haus Nr.2 ist das kleinste und einfachste der entdeckten Wohnungen. Haus Nr.3 ist grösser, mindestens ein extra Zimmer und formt eine Einheit mit einem besonderen Beibau (Haus Nr.4).